Gudrun Frey

Am 8. Dezember 2009 ist die Oberstudienrätin i. R., Frau Gudrun Frey, im Alter von 80 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

Gudrun Frey wurde am 7. Juni 1929 in Nürnberg geboren. Aufgewachsen in einer Lehrerfamilie bekam sie das pädagogische Talent in die Wiege gelegt. Nach ihrem Studium der Anglistik und Romanistik begann sie 1959 als junge Lehrerin an der Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg. Bei ihrem Abschied 1991 bescheinigte man ihr Lebendigkeit, immenses Fachwissen, Aktualität und Humor.

Ihre besondere Liebe galt während ihrer Dienstzeit einem Austauschprogramm mit englischen und schottischen Schulen, das eine Vielfalt von Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen beinhaltete. Dabei kamen ihr die Kontakte und Erfahrungen zweier Londoner Studienjahre sehr zustatten. Ihre Verdienste wurden 1994 mit der Verleihung der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Aus Anlass ihres 70. Geburtstages wurde sie 1999 in die Reihe „Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten“ aufgenommen.

Ihr Ruhestand traf mit der Wiedervereinigung Deutschlands zusammen. Sie verfolgte zielstrebig den Gedanken, ihre Erfahrungen mit Austauschprogrammen in den Aufbau des Schulsystems in Ostdeutschland einzubringen. Alsbald suchte sie Verbindungen zu Schulen in Dresden, Leipzig, Magdeburg und Jena, vermittelte Kontakte zu englischen und schottischen Schulen und richtete einen Stipendienfonds für Schülerinnen und Schüler dieser Schulen ein, den sie durch Nachhilfeunterricht bei Nürnberger Schülern speiste.

Das Junior German Assistant Programme ist – fast unversehens – aus dem deutsch-britischen Schüleraustausch der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg entstanden. Inzwischen können jährlich 15 bis 20 junge Leute ein Jahr im Ausland verbringen. Bis zu ihrem 80. Geburtstag hat sie mit unermüdlicher Energie für junge Menschen und mit ihnen gearbeitet.

Hunderte junger Menschen haben von ihrem Engagement profitieren können, sind daran gewachsen und überaus dankbar für ihr Wirken. Mit der Gudrun Frey Stiftung wird ihr Lebenswerk weitergeführt.